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“Lautschriften”: Schüler werden zu Literaten - Yvonne und Simon

Auch die 18-jährige Yvonne Langenfeld ist leider verhindert. Ihr in der asiatischen Märchenwelt verankertes Werk „Die Legende des zweischwänzigen Fuchses“ wird daher vom Moderator vorgetragen.
Es geht darin um das Ungestüm eines jungen Fuchses, der an den Menschen Rache nehmen will, da sie seine Heimat zerstört haben. Davon abgehalten wird er durch eine weise Fuchsgöttin, eine Kitsune, die ihm mit ihren Erzählungen zu Rührung und höherer Einsicht verhilft.
Am Ende blickt er „schweigend zum Mond“ und läuft „in die Büsche, bereit, seinen eigenen Weg zu gehen.“
Yvonnes in die Tierwelt verlegte Adoleszenz-Geschichte war aber noch nicht das Ende des Abends:
Simon Lütticke (16 Jahre) mag, wie er im Interview sagt, an den Geschichten von Stephen King, dass „die Figuren nicht perfekt sind“.
Für den Vortrag seiner in den USA angesiedelten Horrorgeschichte mit dem Titel „Im Dickicht“ sei es dabei von Vorteil, dass es mittlerweile dunkel geworden sei.
Als Zuhörer versteht man bald, warum: War es bei Josephine Ziegler noch die Lichtmetaphorik, die beeindruckte, lässt Simon seine nach Sonnenuntergang einsetzende Handlung auf einer Autofahrt „bei tiefer Nacht“ im Wald spielen, in einer Atmosphäre, die den einsamen Fahrer Pedro zunehmend verunsichert: Aus dem Radio kommt nur noch Rauschen, auf dem Weg zwingt ihn ein großer Ast zum Anhalten zwingt – und dann gibt es da noch diese Hand mit großen gelben Krallen.
Meisterhaft beschreibt Simon die in Pedro anschwellende Angst, die bei seiner Ankunft zu Hause nach Sonnenaufgang nur kurz nachlässt, bis er die Hand aus dem Wald an der Rückenlehne seines Autos findet, die „mit ihren großen, gelben Fingern direkt auf Pedro zeigt.“
Sarkastisch wünscht der Moderator allen Zuhörern eine „schöne Heimfahrt“.
Zuvor aber signieren die Autoren gern noch die mitgebrachten Drucke der „Lautschriften“ – und dank des Caterings, um das sich der Abitur-Jahrgang der Rhenanus-Schule umsichtig gekümmert hat, verweilt das Publikum noch lange angeregt diskutierend im Saal, bevor man sich in die Dunkelheit hinauswagt.

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