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G10 Latein – Exkursion nach Trier

Überall liest man, Karl Marx sei der bekannteste, berühmteste und größte Sohn der Stadt Trier. Carl, Clara, Clemens, Emil, Florian, Henri, Janice, Jonas, Kiyan, Louise, Lukas, Magdalena, Ole und Paul aus dem Lateinkurs der G10 sehen es naturgemäß etwas anders.

Auch wenn er nicht dort geboren war, ist für sie Konstantin, einer der bekanntesten römischen Kaiser, der im 4. Jahrhundert nach Christus regierte und Trier zur Kaiserresidenz erklärt hatte, „der Große“. Und dies ist auch der Grund dafür, warum sich in Trier die imposantesten Römerbauten befinden. Diese wurde von den genannten Schülern in Partnerreferaten auf der Kursfahrt vom 1.-3. Juni vorgestellt:

Die nach dem Kaiser benannte Konstantinsbasilika, der größte römische Hallenbau überhaupt. Die Kaiserthermen als zweitgrößte Thermenanlage des Römischen Reiches. Das größte Amphitheater „nördlich der Alpen“ und das einzig unterkellerte dazu. Die älteste Kirche Deutschlands, gegündet durch Konstantins Mutter Helena. Die älteste Brücke „nördlich der Alpen“, die zudem den Beweis liefert, dass Trier die älteste Stadt Deutschlands ist: eine Brücke, die bereits 2.000 Jahren und bis heute benutzt wird – woran sich unsere gegenwärtigen Brücken ein gutes Vorbild nehmen könnten. Uns blieben viele Baustellen erspart.

Während eines Stadtrundganges nötigten Kiyan und Ole ihre Mitschüler, die wichtigsten lateinischen Inschriften auf Häusern, Kirchtürmen und dem Petrusbrunnen zu übersetzen. Dabei lernten wir die vier Kardinaltugenden kennen, u.a. die Temperantia, die Mäßigung. Carl und Jonas überzeugte diese Charaktereigenschaft nicht, so dass sie ihre Steakplatte für zwei Personen mit 68€ gleich am ersten Abend teuer bezahlten. Für Dienstag und Mittwoch vor Fronleichnam war Schmalhans dann ihr Küchenmeister.

Um nicht immer wieder dieselben und ähnlichen Bilder vor der Porta Nigra, dem größten erhaltenen römischen Stadttor „nördlich der Alpen“, zu produzieren, wie es andere Schülergruppen tun, haben wir uns dazu entschieden, der sechs Meter hohen Karl-Marx-Statue die Ehre zu erweisen, was aber kein politisches Statement sein soll. Diese wurde vor wenigen Jahren der Stadt Trier von der Volksrepublik China geschenkt – Ironie der Geschichte, wenn man bedenkt, dass China heute für Turbokapitalismus pur steht. Für Reisende aus der VR China ist Trier der wichtigste Pilgerort in Deutschland. Ob sie dabei auf 30.000 Schritte pro Tag kommen wie unsere Rhenanusschülerinnen- und Schüler? 

Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn allerdings wurde zu einer Geduldsprobe, da sie statt 7 Stunden 10 Stunden dauerte (man ahnt es: heutige statt römische Bauweise …) . Aber getreu dem Motto von Herrn Balken ertrug die Gruppe dies mit römisch-stoischer Gelassenheit, angetrieben von Louises Lachsalven.

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