Rhenanus-Schule   Bad Sooden-Allendorf

Frühlingskonzert 2018

Trügerische Frühlingsgefühle
17. Mai 2018
Fruehlingskonzert 2018Zum 27. Schulkonzert des Werra-Meißner-Kreises

Die attraktive junge Frau schlendert gedankenverloren über die Bühne, als sich ihr ein ebenso junger und gutaussehender Verehrer nähert. Mit dem Präsent einer Perlenkette versucht er ihr Herz zu gewinnen - sie aber wirft das Geschenk mit verächtlicher Miene fort. Unterstrichen wird diese emotionale Grausamkeit von den beißenden Tönen der Saxophone, die die zuvor so einschmeichelnd wirkende Soul-Melodie des Sam-Cooke-Klassikers „Bring it on home to me“ (1962) durchstechen.  Im Songtext heißt es an dieser Stelle:

“I'll give you jewelry and money too
That ain't all, that ain't all I'll do for you.”

Der junge Mann und die ihn begleitende Band wagen einen zweiten Versuch: Diesmal reicht er der Angebeteten eine Schachtel Pralinen, die sie jedoch ebenso ungehalten wegpfeffert wie zuvor schon den dargebotenen Schmuck.

Der verführerische Soul der Band und das liebende Herz des Jünglings aber lassen es noch einmal darauf ankommen: „You know I'll always be your slave / 'Till I'm buried, buried in my grave“ heißt es an dieser Stelle im Text – und der Liebhaber überreicht seiner Herzensdame auf Knien eine Rose, die sie mit einem gewissen Wohlgefallen zu betrachten scheint. Die Spannung steigt, als sie seine Hände ergreift und ihn gar verführerisch anlächelt… bis einer der Gitarristen dazwischenfunkt, den Nebenbuhler und die Rose zu Boden wirft, um seinen älteren Rechten Geltung zu verschaffen - und die Schöne inniglich umarmt und küsst.

Von der Decke des Kultur- und Kongresszentrums regnen an dieser Stelle Dutzende von herzförmigen roten Luftballons herab – und das Publikum wie die Mitglieder der Rhenanus-Band „Boneless“ freuen sich über diesen ebenso kreativen wie gelungenen Schlussakkord zum 27. Schulkonzert des Werra-Meißner-Kreises. Den Akteuren Denisa, Oli und Christoph ist anzusehen, wie viel Freude ihnen dieses augenzwinkernde Spiel bereitet hat.

Zuvor hatte die Band schon gemeinsam mit dem Kammerchor der Rhenanus-Schule auf die trügerischen Seiten des Verliebtseins aufmerksam gemacht: Dazu haben sie sehr überzeugend den Vaya-con-Dios-Hit „Heading for a fall“ aus den frühen 1990er Jahren intoniert, in dem es um die zermürbenden Gefühle in einer dahinsiechenden Liebesbeziehung geht. Der Inhalt des Textes schwankt stets aufs Neue zwischen zarter Hoffnung und herber Enttäuschung:

Maybe things will get better / If I learn to be patient / What I wanted was love not an imitation”

Und natürlich demoralisieren auch hier die Gedanken an die eine Nebenbuhlerin:

And he stares at the ceiling now / Me, I'm trying to sleep / But I'm trembling inside /
If she is haunting his dreams / Why stay if it's her that he wants in the end?

Den Gegensatz von Schein und Wirklichkeit hatte zuvor auch das Orchester der Rhenanus-Schule thematisiert, indem die jungen Musiker die Morgenstimmung aus Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite  interpretierten. Griegs nationalromantische Vertonung von Hendrik Ibsens Peer-Gynt-Epos aus dem 19. Jahrhundert steht in einem Kontrast zum bedrückenden Inhalt des auch aus heutiger Sicht immer noch sehr modernen Stoffes:

Ein überbehüteter junger Mann versucht der Realität zu entkommen, indem er sich in eine Scheinwelt flüchtet und sich selbst als großen Helden stilisiert. Menschen, auf die er sich einlässt, hintergehen ihn ein ums andere Mal und das Schicksal führt ihn in die Psychiatrie. – Am Ende jedoch wird er von der treuen Solveig gerettet.

Griegs Melodie der “Morgenstimmung” aber – die bezeichnenderweise oft und gern in der Rundfunk- und Fernsehwerbung eingesetzt wird – verrät noch gar nichts von diesen menschlichen Abgründen.

Einen sehr bunten und auch kosmopolitisch vielfältigen Reigen boten die jungen Musiker der Nachbarschulen: Sie führten das Publikum von der hohen See („Sailing“) bis ins tiefste Bayern („Hualapalu“, Südringgauschule), „ins Reich der Dunkelheit“ und Schwerelosigkeit („Astronaut“, Grundschule Röhrda), intonierten das lustige Lied von der Jule, „die sich nie wäscht“ und spendeten den Irischen Reisesegen (Kesperschule Witzenhausen). Bis an die Copacabana verschlug es die Kinder der Grundschule am Brunnen vor dem Tore („Samba Brazil“) und in die schottischen Highlands marschierte die „Young Marching Band“ der Valentin-Traudt-Schule in Großalmerode. „Mad world“ lautete der Kommentar der Anne-Frank-Schule in Eschwege.

Viele Auftritte hatten die Kinder der Paul-Moor-Schule in Wehretal – oft mit ihren Cheerleaders, die das Publikum während der Umbaupausen erfreuten, aber auch mit ihrem Song vom „Geilen Leben“.

Ein sehr beachtetes Debut hatte die Band „Screwed Up“ von der Freiherr-vom-Stein-Schule in Hessisch Lichtenau mit ihrer sehr ausdrucksstarken Leadsängerin.

Professionell wie immer sorgte das Technik-Team der Rhenanus-Schule für „Sound and Light“, sodass Landrat Reuß und die vielen anderen Prominenten diesen so abwechslungsreichen Abend der jungen Musik genießen konnten.

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