Rhenanus-Schule
37242 Bad Sooden-Allendorf
Im Huhngraben 2

Entlassungsfeier an der Rhenanus-Schule

„Talking 'bout a revolution“

Stolz und Erleichterung, Charme, Esprit und sehr viel Nachdenklichkeit kennzeichneten die Verabschiedungsfeier der Haupt- und Realschulzweige der Rhenanus-Schule.

Trotz der Einschränkungen durch die Pandemie in den vergangenen beiden Schuljahren haben 20 von 23 Realschul-Absolvent/innen die Zulassung zur Fachoberschule erworben, 14 von ihnen obendrein die Zulassung zur gymnasialen Oberstufe. In der Hauptschule haben 9 von 16 Schüler/innen einen qualifizierenden Hauptschulabschluss erreicht. Des Weiteren wurden vier Hauptschul- und zwei berufsorientierte Abschlüsse vergeben.

In seiner Funktion als Klassenlehrer der Hauptschul-Absolventen ließ es sich Rektor Christian Marchewka trotz dieses guten Ausgangs nicht nehmen, seinen Schüler/innen in charmanter Weise einmal den Spiegel vorzuhalten: Er habe nach langem Überlegen mit dem Gedanken gespielt, den Anwesenden anstelle einer Ansprache schlicht mitzuteilen, dass er den Zettel mit seiner Abschiedsrede „zu Hause vergessen“ habe. Diese oder ähnlich lautende Schüler-Ausreden habe er in den letzten Jahren leider viel zu oft hören müssen. Auch auf manche andere Erfahrung in dieser Zeit hätte er sicher verzichten können.

Angesichts der engen Vertrautheit der meisten Schüler mit digitalen Endgeräten etwa hätte er doch gehofft, dass sich die Anwesenheit in Video-Konferenzen verlässlicher und die Abgabe von Arbeitsergebnissen per Internet zügiger gestaltet hätte.

Gleichwohl habe die Klasse immer eng zusammengehalten, wenn jemand etwas ausgefressen hatte: „Verpfeifen wolltet ihr Euch nie.“

Als ausgesprochen positiv sei ihm allerdings eine Initiative im Rahmen des Arbeitslehre-Unterrichts in Erinnerung geblieben: Aus Euro-Paletten hatten die Schüler eine ebenso attraktiv wie funktional gestaltete Sitzgruppe gebaut und dabei die Organisation komplett in die eigene Hand genommen: „Da wurden Paletten organisiert, es wurde geschliffen, lackiert und geschraubt, ihr wart alle daran beteiligt. (…) Ich hoffe, dass die Schulgemeinde euer Werk zu schätzen weiß und das Palettensofa lange halten wird!“

Erfreulich sei obendrein, dass eine ganze Reihe von Absolventen schon einen Ausbildungsplatz gefunden habe, zeige dies doch, „dass der Hauptschulabschluss wieder etwas wert ist.“

H9   R10
     
Klasse 9H und Klassenlehrer Herr Marchewka   Klasse 10R und Klassenlehrerin Frau Roßbach

 

Als Klassenlehrerin der Realschulklasse setzte Carmen Roßbach einen etwas anderen Akzent:

In facettenreicher Weise nutzte sie dazu sie das Bild von den Treppenstufen, die zu den Etagen des Wissens führen, zu denen die Kinder von den Lehrkräften geleitet werden: Nach Frau Roßbachs Beobachtung aber stiegen nur diejenigen, die von der Schule „schon autoritär genug geprägt“ seien, methodisch Stufe um Stufe weiter die Treppe hoch. Die meisten anderen fänden jedoch, dass die Treppe „ihnen zu wenig Abenteuer und Reize“ biete:

„Sie rasen um das Haus, klettern die Regenrinne hoch, steigen über Balustraden und erreichen das Dach in einer Rekordzeit, besser und schneller als über die sogenannte methodische Treppe; einmal oben angelangt, rutschen sie das Treppengeländer herunter... um den abenteuerlichen Aufstieg noch einmal zu wagen.“

Lehrkräfte allerdings täten sich oft schwer damit, zu erkennen, dass es für Jugendliche „schnellere und zuträglichere Wege“ gebe, die Stufen zu überwinden als die von der Schule vorgesehenen. Ein Bild Victor Hugos variierend, formulierte die Klassenlehrerin ihr Credo: „Adler steigen keine Treppen.“

Sie selbst hätte den Schülern gern viel mehr gegeben als sie auf eine standardisierte Abschlussprüfung vorzubereiten. Besonders bedauerlich sei, dass die Klasse pandemiebedingt auf gemeinsame Unternehmungen weitgehend verzichten musste und dass es vor diesem Hintergrund auch kaum möglich war, sie zu einer wirklichen Gemeinschaft zu formen.

Eine Botschaft wollte sie allen jedoch gern noch mit auf den Weg geben – und dazu nutzte sie Eckart von Hirschhausens nachdenkliche Beobachtung von Pinguinen: 

Diese flugunfähigen Seevögel mögen angesichts ihres Körperbaus auf den ersten Blick wie eine bemitleidenswerte Fehlkonstruktion erscheinen. Wer sie aber jemals unter Wasser gesehen habe, kenne sie als „hervorragende Schwimmer, Jäger, Wasser-Tänzer“.

Wer als Pinguin geboren sei, so Frau Roßbach, werde auch durch Psychotherapie nicht mehr zu einer Giraffe. Aber sobald er sein Wasser, sein ureigenes Element gefunden habe, könne er seine Stärken voll ausleben.

Dass ihnen dies gelinge, wünsche sie auch allen Absolventen.

Musikalisch begleitet wurde die Abschlussfeier von der Rhenanus-Band „The Clefs“, deren Titel „Talking 'bout a revolution“ den einen oder anderen Gedanken aus den Abschiedsreden reflektierte.

Besonders ausgezeichnet wurden in der Klasse R10 die Schülerinnen Köcere Acar und Sophia Lieberum mit der Durchschnittsnote 2,0 sowie Alina Heckmann und Amy Stollenwerck mit der Note 2,1.

Als Jahrgangsbeste in der H9 wurden prämiert: Lena Stallknecht (1,9), Daniel Kurbatov und Fabio Wagner (jeweils mit der Note 2,3).

Zum Abschluss des Abends appellierte Rektor Christian Marchewka an die Absolvent/innen, die Schule auch nach ihrem Abschied jederzeit als ihre Schule zu betrachten: „Die Rhenanus-Schule ist und bleibt Eure Schule.“

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