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„Der Fall Melissa“: Eine Inszenierung der Rhenanus-Theatertruppe

„Das sind doch keine Drogen, das sind Muntermacher“, lautet die bösartige Empfehlung einiger Mitschüler an Melissa, die einen guten Abschluss braucht. Sie will Medizin studieren und handelt sich mit ihren guten Leistungen allmählich die Missgunst ihrer Peer-Group ein. Als der anstehende Geometrie-Test Melissa überaus nervös macht, rät man ihr, doch mal etwas dagegen zu nehmen.

So  bietet der coole Jason mit den Goldketten ihr ein paar blaue Pillen an – etwas, „was dich ruhiger macht, damit du besser denken kannst.“ Als sie ablehnt, lässt er die „Super-Süßigkeiten“ einfach bei ihr liegen. Sie könne es sich ja noch einmal überlegen.

Anmache2   Beschuldigung   Dealer   Drogenszene


Eine Szene, die durch ihr Zusammenspiel von Verzweiflung und Verführung an den dritten Akt von Gershwins „Porgy and Bess“ erinnert. Aber während Gershwins Protagonistin Bess dem „Glücksstaub“ nicht widerstehen kann, sodass sie die als Köder zurückgelassenen Drogen nimmt und sich damit endgültig dem Bösen ausliefert, bleibt Melissa der Versuchung der blauen Pillen gegenüber zunächst noch standhaft.   

Das allerdings hilft ihr nicht viel, denn nach dem Fund des Lockangebots wird sie als Junkie beschuldigt.

In ihrer neuen Inszenierung widmet sich die rund 30-köpfige Rhenanus-Theatertruppe von Isabelle Stern heftiger Themen. Um das Problem des Drogenmissbrauchs kreisen Aspekte wie Erwachsenwerden, Leistungsdruck und Bullying samt bösartiger Anschuldigungen, Eifersucht, Habgier und Gewalt: Themen, denen sich die jungen Schauspieler/innen einerseits mit großem Ernst nähern. Immer wieder eingestreut werden andererseits jedoch charmante Comic-Relief-Szenen, die das Publikum jeweils für einige Augenblicke aus dem Gefühl der Betroffenheit herauslösen: Geradezu hinreißend wirken dabei Parodien auf das Prozedere von Klassenkonferenzen, auf cholerisch veranlagte Lehrkörper und auf kuriose Anmach-Versuche im Orbit der Schulfamilie.

Zu Lieblingen des Publikums avancieren Mr. Silence und Mr. Cold, gespielt von Zwillingsbrüdern aus dem Jahrgang 5, die ebenso übermütig wie vergnüglich als Möchtegern-Machos um eine weit höher gewachsene Kollegin werben – und einander dabei verbissen auszustechen versuchen.

Das Lachen bleibt den Zuschauern allerdings im Halse stecken, wenn in einer alptraumhaften, diabolischen Vision die Schattenseiten des Drogenkonsums samt Verachtung durch die Umwelt präsentiert werden - bis hin zum völligen Absturz der Protagonistin.

Darüber freuen kann sich die hinterlistige Gang der „Rich Bitch Girls“, die sich – „voller Style und Glamour“ - zur Musik von Michael Jacksons „Bad“ einführt. Ihre Anführerin aber bricht später unter dem von ihr selbst geschaffenen Druck zusammen.

Wie schwer es ist, unter Einfluss von Drogen Wahn und Wirklichkeit auseinanderzuhalten, müssen schließlich auch die Dealer in der Klinik erfahren.

Zu einer wahren Augenweide wird hingegen der sorgfältig choreographierte Tanz der heimlichen Liebenden Rachel und Frank, die auf diese Weise implizit auch die am Ende formulierten Botschaften des Stückes vorwegnehmen:

„Sagt ja zum Leben, zum richtigen Leben!“

und:

„Bleibt standhaft und selbstbewusst!“

Konferenz   Unterricht   Verfuehrung   Team


Mit dieser Leistung hat die Rhenanus-Truppe für sich selbst einen neuen Standard gesetzt. Erfreulich zu sehen, wie viele neue Mitglieder aus den Jahrgängen 5 bis 11 in die Crew integriert werden konnten, wie reibungslos dem Backstage-Team die Begleitung und die Umbauten zwischen den Szenen gelangen – und mit wie viel Spaß und Können alle Darsteller/innen dabei waren.

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