Rhenanus-Schule
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Im Huhngraben 2

Streiflichter

Der Bodyguard

In Zeiten, in denen Hass-Nachrichten das Netz überschwemmen und das Denken vieler Menschen verwirren, kündigt die Theatertruppe von Isabelle Stern einen Thriller an, in dem es um „Liebe, Hass und Intrigen“ gehen soll. Entsprechend gespenstisch ist der Prolog gestaltet: Ein Panoptikum von Akteuren betritt maskiert die Bühne und verbreitet hassgetränkte Ich-Botschaften: „Ich nutze den Hass aus, um die Menschen aufeinander zu hetzen“, heißt es: „Ich manipuliere und lüge so lange, bis ich habe, was ich möchte“, aber auch: „Die anderen sind schuld“ – und schließlich: „Wir hassen die Welt, wir hassen uns selbst.“ Am Ende dieser tief unter die Haut gehenden Statements aber schleudern sie alle gemeinsam ein kräftiges „Niemals!“ ins Publikum.

Das dann einsetzende Drama basiert auf dem Hollywood-Streifen „The Bodyguard“ von 1992, mit Whitney Houston und Kevin Kostner in den Hauptrollen:

Ein Leibwächter und früherer Geheimagent soll einen Superstar vor seinen stalkenden Fans beschützen. Arrogante Selbstsucht einerseits und professionelles Engagement andererseits bilden dabei ein Gegensatz-Geflecht, auf dessen Überwindung die Handlung hinsteuert. Für einen Moment soll dies auch gelingen.

In der Rhenanus-Version wehrt die zickige Pop-Diva Rachel sich zunächst ebenfalls gegen den Schutz durch Bodyguard Frank, wird angesichts zahlreicher Drohbriefe jedoch von ihrem Manager und ihrem Sicherheitschef davon überzeugt, sich auf den Schutz des Experten einzulassen.
Etliche Stars von Britney über Kim Kardashian bis Helene Fischer neiden Rachel diesen hinreißenden Begleiter, wie sich überhaupt Missgunst und Blasiertheit als die beherrschenden Gefühlslagen unter den Diven erweisen – bis hin zu Hass und Mordgelüsten. Bushido und seine verpeilten männlichen Kumpanen hingegen verpatzen ein ums andere Mal bekifft ihren Einsatz und bekommen auch ihren Soundtrack nicht auf die Reihe.

„Wir brauchen in diesem Irrenhaus wirklich einen richtigen Mann, der diesen hysterischen Weibern den Weg weist“, wird Bodyguard Frank angefleht.

Der verbringt seinerseits einen wunderbaren Abend mit Rachel, was er bald bereut, denn er weiß: „Ein Bodyguard darf sich nicht verlieben“.

Von wem aber stammen nun die Drohbriefe? Viele Verdächtige aus dem Umfeld der Showbranche treten auf, jeder mit einem naheliegenden Motiv, anderen etwas heimzuzahlen. Vor den ganz großen Showdown aber setzt Regisseurin Isabelle Stern das „Vorsingen“, eine furiose Sequenz von Tanzeinlagen und Gesangs-Performances, von „Schwanensee“ bis „Macarena“.

Man merkt den 25 jungen Akteuren das schiere Vergnügen an, das ihnen gerade dieser Teil der Aufführung bereitet. Der Kniff, auf diese Weise allen Darstellern die Gelegenheit zu einem Solo-Auftritt zu geben, wurde offenbar aus der Tradition des Ballett-Theaters übernommen.

Sehr dramatisch aber wird es, wenn Lady Gaga ihr Feuerkostüm trägt und beschossen wird. Es bleibt nicht der einzige Anschlag in diesem atemlosen Finale. Wahre Liebe aber findet sich auch: So will Aki die Verdächtige Luna befreien. „Ich werde dich immer lieben, auch wenn du eine Mörderin bist.“

Ihre herzliche Umarmung gehört sicher zu den schönsten Momenten der Inszenierung, aber natürlich finden auch Bodyguard Frank und seine Klientin Rachel noch zueinander.

Und so gilt am Ende: „Amor vincit omnia“, die Liebe besiegt alles - auch den Hass.

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