Rhenanus-Schule
37242 Bad Sooden-Allendorf
Im Huhngraben 2

Streiflichter

Pax Romana am Niederrhein

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„Solche bunten Götter hatten die Römer, echt jetzt?“ Die Rhenanus-Lateiner der Jahrgänge 7 und 8 staunen nicht schlecht, als die Führerin im Xantener „RömerMuseum“ ihnen einige äußerst farbenfrohe Skulpturen zeigt.
Sonst sind antike Statuen doch immer ganz weiß und wirken so vornehm? Die Expertin weiß es besser: „Die ursprünglich bunten Farben sind über die Jahre nur vom Regen abgewaschen. Aber das heutige Weiß der Figuren lässt sie natürlich schon sehr edel wirken.“

Damit macht sie die Schüler/innen auf ein Missverständnis aufmerksam, dem im 18. Jahrhundert womöglich auch schon der Archäologe und Kunsthistoriker J. J. Winckelmann aufgesessen ist: „Stille Einfalt, edle Größe“ waren für ihn die markantesten Merkmale der Antike.

Tatsächlich aber lebten Römer wie Griechen in einer kunterbunten Welt – mit Wegweisern in leuchtenden Tönen und eben auch mit sehr farbenfrohen Götterfiguren.

Die kundige Museumspädagogin erklärt den Schülern auch, wie man dem Geheimnis der Farben der antiken Statuen auf die Fährte gekommen ist: Dort, wo weniger Regenwasser hingelangen konnte, finden sich einzelne Farbspuren: Hinter den Ohrläppchen etwa oder im krausen Haar der Figuren. Mit Hilfe von Computer-Programmen wird dann die Farbgebung der Skulpturen rekonstruiert. „Polychromie“ heißt der entsprechende Forschungsbereich.

Man lernt viel in Xanten, im Römermuseum und auch im Archäologischen Park:

Schon im 19. Jahrhundert ist man dort mit Hilfe systematischer Grabungen auf Spuren eines antiken Amphitheaters gestoßen, auf Reste der Stadtmauer sowie auf die Grundrisse von Häusern. Seit 1973 wird die alte römische Stadt „Colonia Ulpia Traiana“ auf dieser Basis intensiv rekonstruiert:

Und so können die Kinder heute eine Römische Herberge besichtigen, den Hafentempel, der sich an einem mittlerweile verlandeten Arm des Rheins befindet, unterschiedliche Handwerkerhäuser, aber auch die Thermalbäder, wie sie sie schon aus ihrem Lateinbuch kennen.

Und wieso ist gerade diese kleine Stadt am Niederrhein so bedeutend, wenn es um Römische Geschichte geht?

Xantens antike Vorläuferstadt war eine von nur 150 Siedlungen des Römischen Reiches, die den Titel „Colonia“  tragen durften, somit das höchste Stadtrecht besaßen und als Abbilder Roms galten. Deshalb finden sich dort auch Amphitheater, Thermen und Tempel wie in Rom selbst. Im 2. Jahrhundert war die von Kaiser Marcus Ulpius Traianus gegründete Stadt sogar die drittgrößte römische Siedlung nördlich der Alpen, nach Köln und Trier.

Die Schüler/innen lernen auch, dass die Römer in ihren Städten sehr viel Wert auf Hygiene und auf ihr Äußeres legten, die langen Aufenthalte in den Thermen nicht nur der Entspannung und der Körperpflege dienten, sondern auch der Anbahnung von Geschäftsbeziehungen, sie die Unterhaltung im Amphitheater schätzten und bereits Schmuck und bunte Verzierungen an ihren Kleider besaßen.

 

Xanten 4   Xanten 3   Xanten 1

 

Darauf folgt die (Kleider)-Probe aufs Exempel: Nach der Besichtigung vieler Exponate dürfen die Kinder sich auch einmal als Römer verkleiden und lernen dabei, dass die Kleidung den Status seines Trägers eindeutig markierte: Eine Toga etwa dufte nur ein freier römischer Bürger tragen – und zwar ein männlicher Bürger, der diese umfangreiche Kleidungsstück aber auch nicht allein anlegen konnte, sondern dazu mehrere Helfer brauchte.

Ganz frei aber können die jungen Lateiner sich am Ende dieser zweitägigen Exkursion in die Welt der Römer fühlen: Mitten im Archäologischen Park findet sich zwischen all den Ausgrabungsstätten auch eine Hüpfburg, nein, sogar ein ganzer Hüpfberg, auf dem die Schüler/innen nach so viel Kopfarbeit ausgelassenen herumtollen – und davon gar nicht genug kriegen können.  

Gefallen hat ihnen auch, dass sie abends in der modern angelegten Jugendherberge lange gemeinsam mit den Lehrern spielen konnten – und dass alle sich so gut miteinander verstanden haben. Offenbar herrschte „Pax Romana“: Römischer Frieden.

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