Rhenanus-Schule
37242 Bad Sooden-Allendorf
Im Huhngraben 2

Streiflichter

Verabschiedung der HR-Absolventen: „Our own little Hollywood“

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Abschluss HR18

Am Vortag sang Robbie Williams noch bei der WM-Eröffnung in Moskau, heute füllt die Schüler-Band „Clefs“ die Aula mit seinem Song:

„I sit and wait
Does an angel contemplate my fate
And do they know
The places where we go
When we're grey and old“

Grau und alt sind sie noch lange nicht, sondern elegant frisiert, festlich gekleidet und voller Vorfreude auf das Leben - und auf die Orte, an die es sie führen wird: Die Absolventen der Haupt- und Realschulklassen der Rhenanus-Schule feiern ihren Abschluss.

Günter Leis als 1. Stadtrat und Stellvertreter des Bürgermeisters knüpft in seiner Ansprache an diese zuversichtliche Stimmung an, wenn er den Schüler/innen sagt:  „Alle Türen stehen Euch offen. Mit Entschlossenheit werdet Ihr Eure Ziele erreichen, auch wenn Euch der Wind mal hart ins Gesicht bläst.“
Für ihre Zukunft legt er den jungen Leuten ans Herz, durchaus auch ein Studium bzw. eine Ausbildung an der örtlichen Diploma-Hochschule in Betracht zu ziehen - oder an den Beruflichen Schulen in Witzenhausen, deren stellvertretende Leiterin Begga Breiding im Publikum sitzt und eigens von Rhenanus-Direktor Dr. Jörg Möller begrüßt wird.
Unvermutet scheint die Schülerband die so heimatverbundenen Empfehlungen von Günter Leis mit ihrem nächsten Song („Living in our own little Hollywood“) zu bestätigen, in dem es treffend heißt:
„We got everything we need in our neighborhood“
Christian Marchewka als Nachfolger von HR-Rektor Rolf Greiser zeigt sich stolz auf die Absolventen: Fast alle in der Gruppe der Hauptschüler haben einen qualifizierenden Abschluss erreicht, 24 Realschülern wurde die Eignung für die Fachoberschule attestiert, 12 von ihnen sogar die Qualifikation für die Gymnasiale Oberstufe.

Entlass 1   Entlass 4   Entlass 3   Entlass 2

 Für die Klasse H9 verabschieden Theresa und Ismail sich von ihren Lehrern, die bestimmt „heilfroh“ seien, „wieder eine Generation von Schülern überstanden zu haben“, die ihnen jedoch auch beigebracht hätten, „Spielräume zu nutzen und Verantwortung zu übernehmen“.

Besonders bedankten sie sich bei ihrem erkrankten Rektor Rolf Greiser und bei ihrer Klassenlehrerin Lucia Henke-Booß, die in jeder Situation zu ihnen gehalten habe. Diese hat ein Abschiedslied mit der Klasse eingeübt, das die Schüler/innen mit erkennbarem Abschiedsschmerz intonieren („Wir sagen euch tschüss / Und hoffen, dass Ihr mal an uns denkt“).
Für die Klasse R10 lassen die langjährigen Klassensprecher Calvin und Lea-Sophie die gemeinsame Schulzeit Revue passieren: „Uns ist es durchaus bewusst, dass wir häufig Gesprächsthema im Lehrerzimmer waren. Nicht nur Türklinken und Projektoren, auch PCs fielen uns zum Opfer.“
Aus vormals zwei kleinen Klassen sei eine große voller Chaoten entstanden: „Wir waren einander anfangs fremd, wuchsen aber dennoch zusammen.“
Bedanken möchten sie sich besonders bei ihrem Klassenlehrer Georg Gries, dem es gelungen sei, diese energiegeladene Verbindung nicht nur mit „Zeitformen zu bewerfen“, sondern auch zum Ziel zu führen. Mit all seiner Strenge habe Herr Gries sie auf diesem Wege nie aufgegeben.
Die Klassensprecher schließen mit der Sentenz:
„Jeder hat ein Brett vorm Kopf, es kommt nur auf die Entfernung an.“
Auf diesen versöhnlichen Rückblick folgt die Schüler-Band mit dem Mika-Song „Happy Ending“.

Die Abschiedsrede von Klassenlehrerin Lucia Henke-Booß hingegen beginnt mit einer geradezu kafkaesken Schilderung:
So wie der Romanheld Josef K. („Der Prozess“) eines Morgens von einem ihm unbekannten Eindringling erfährt, dass er verhaftet sei, so erhält die junge - noch in Elternzeit befindliche - Lehrerin Lucia H.B eines Morgens einen mysteriösen Anruf von einem ihr noch unbekannten Schulleiter - mit der Nachricht, dass sie nach den Sommerferien die Klassenleitung einer H8 übernehmen müsse.
Und so wie dem Romanhelden Josef K. bereitet ihr dies ein äußerst mulmiges Gefühl und mitunter gar schlaflose Nächte.
Tatsächlich sitzt in der ersten Stunde eine geballte Ladung Testosteron namens Marlon, Hassan und Alex mit verschränkten Armen in der letzten Reihe und prüft die junge Lehrerin kritisch.
Lucia Henke-Booß berichtet über verzweifelte Schreiattacken („wenn wieder keiner die Hausaufgaben dabei hatte“), über tiefe Löcher in der Wand, imaginäre Spinnenrettungsaktionen und über nicht enden wollende Kicheranfälle der Mädchen.
Aber vor allem sei die Zeit doch gekennzeichnet gewesen „durch schönen Unterricht“, denn: „Wenn es wichtig wurde, dann wurde zielgerichtet gearbeitet.“
Dazu, dass nun alle den Hauptschulabschluss geschafft haben - auch diejenigen, die erst seit wenigen Jahren in Deutschland leben - habe ganz massiv die Gemeinschaft der Klasse beigetragen, die immer von Hilfsbereitschaft geprägt war.
Besonders dankt Lucia Henke-Booß ihrem Lehrerteam und ihrer energiegeladenen Klassensprecherin Laura, die nicht nur die Klassenfeste fabelhaft gemanaged habe. „Ihr seid tolle Menschen, glaubt an Euch!“

Georg Gries als Klassenlehrer der R10 merkt an, dass der traditionelle Programmablauf der Abschlussfeier in diesem Jahr geändert wurde: Erst haben die Schülervertreter das Wort, dann die Lehrer: „Das finde ich gut. Da habe ich Zeit, mir in Ruhe zu überlegen, welche meiner vorbereiteten Abschiedsreden ich halte. Habe mich jetzt für die etwas freundlichere Variante entschieden.“
Er versucht sich in die Schüler/innen hineinzuversetzen, die in diesem Moment von einer Mischung von Gefühlen bewegt sein müssten, die von Aufregung, Stolz, Erleichterung, aber vielleicht auch ein wenig Enttäuschung geprägt sein könne, falls die selbst gesteckten Ziele nicht erreicht wurden.
Vier Jahre lang hat er diese aus 29 Charakteren bestehende Klasse begleitet, die meist da stark gewesen sei, wo er es nicht erwartet habe.
Auf das Motto der Klasse anspielend - „Ohne Gries ins Paradies“ - warnt er sie, dass ihr Leben keineswegs anstrengungslos werden könne.
Bedenklich stimme ihn der Umgangston, den er gelegentlich bemerkt habe - und die Tendenz, in Udo-Lindenberg-Manier nach dem Motto „Mach dein Ding“ zu leben.
Bei der Planung der Abschiedsfeier sei der Erfolg nicht immer absehbar gewesen. In diesem Sinne gehe sein besonderer Dank an die engagierten Eltern der Klasse, besonders an Frau Moser und Frau Kloth.
Deren Vorbild sollten auch die Schüler zielstrebig folgen:
„Und wenn Ihr dann den Weg zum Paradies gefunden habt, schickt mir mal ne Whatsapp!“

Entlass 6   Entlass 5

 

Mit seinen abschließenden Worten erinnert Christian Marchewka die Schüler daran, dass der Abschied kein Abschied für immer sein müsse: „Die Rhenanus-Schule ist Eure Schule und sie wird auch Eure Schule bleiben.“ Schon zum Schulfest am kommenden Donnerstag seien sie wieder willkommen - und natürlich zum Public Viewing in der Aula.

Rhenanus-Schule

Im Huhngraben 2

37242 Bad Sooden-Allendorf

Telefon : 05642 95 888 0

Telefax:  05642 95 888 29

Email:    info@rhenanus-schule.de

© 2017 Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf. Alle Rechte vorbehalten. Template von WarpTheme.