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Ein Weihnachtsmusical an der Rhenanus-Schule – An „impossible dream“?

Selten hatte ein Weihnachtskonzert an der Rhenanus-Schule solche Herausforderungen zu bestehen: Blitzeis sorgte dafür, dass der erste derbeiden geplanten Konzertabende nur im engsten Familienkreise der Akteure und mit einer Rumpfbesetzung stattfinden konnte. Umso mehr Zuschauer wollen nun bei der zweiten Chance dabei sein. Schulleiter Dr. Möller entschuldigt sich dafür, dass so viele Besucher angesichts des großen Andrangs innerhalb und außerhalb der Aula stehen müssen.

Selten hatte ein Weihnachtskonzert an der Rhenanus-Schule solche Herausforderungen zu bestehen: Blitzeis sorgte dafür, dass der erste derbeiden geplanten Konzertabende nur im engsten Familienkreise der Akteure und mit einer Rumpfbesetzung stattfinden konnte. Umso mehr Zuschauer wollen nun bei der zweiten Chance dabei sein. Schulleiter Dr. Möller entschuldigt sich dafür, dass so viele Besucher angesichts des großen Andrangs innerhalb und außerhalb der Aula stehen müssen.

Und etliche Sänger und Musiker würden heute gewiss – wie schon in den letzten Wochen - eher ins Krankenbett gehören als auf die Bühne. Die Erkältungswelle hat Hessisch-Sibirien im Griff.

Aber nach der Begrüßung durch die Moderatorinnen Hannah Marchewka und Emily Neumann möchte man sich nicht mehr aufhalten lassen – wie die Rhenanus-Band „The Clefs“ mit den treffend ausgewählten Titeln „Christmas is coming“ und „Don’t stop me now“ signalisiert.

Noch etwas ist anders in diesem Jahr: Es sind diese ganz harten Brüche, die das Team um Christian Wiechert in die Abfolge der Stücke eingebaut hat: Auf „Carol of the Bells“, das klassische Weihnachtslied des ukrainischen Komponisten Mykola Leontovych aus dem Jahre 1914 (instrumentiert von Cathy Ng, Melissa Imhäuser und Eileen Paschke), und nach dem 100 Jahre alten englischen Weihnachtslied „Ding! Dong! Merrily on high“, charmant vorgetragen vom Chor unter der Leitung von Charlotte Diekmann, wird plötzlich die Blutgrätsche angesetzt: 

Die Band spielt ein paar Takte Alternative Metal: das Stück „Killing in the name“ der US-Rockband „Rage against the machine“, ein Protestsong gegen Polizeigewalt und Rassismus, gefolgt von Nirvanas „Smells like Teen Spirit“, eine Hymne auf Punk und Anarchie.

Wenig später jedoch finden Chor und Band zueinander und intonieren „Christmas is all around me“ aus dem zu Herze gehenden britischen Weihnachtsfilm-Klassiker „Love actually“ („Tatsächlich Liebe“).

Die größte Neuerung aber bildet die Spielhandlung, in deren Mittelpunkt Helena Dingert und Cora-Lee Paschke stehen. Deren Szenen korrespondieren immer wieder mit den jeweiligen Musikstücken: So etwa, wenn die Bläser (Paul Apel, Oleksandr „Sascha“ Sylchenkov und Jolanda Schramm) „Alle Jahre wieder“ gespielt haben und es auf der Bühne aus Cora-Lee herausbricht: „Jedes Jahr derselbe Mist!“, worauf Helena zurückzischt: „Mit deinem Pessimismus kannst du einem echt auf den Wecker gehen.“ Die beiden Mädels brechen gerade auf, um Weihnachten bei ihrer Familie zu verbringen. Aber Weihnachtsstimmung will so recht nicht aufkommen – trotz all der guten Laune, die Helena immer wieder ausstrahlt: „Das wird schon klappen!“

Am Bahnschalter etwa fühlt Ticketverkäufer Paul Hilbert sich von Straßenmusiker Lukas Lucht und vom Chor genervt - wohl auch von seinen beiden späten Kundinnen, die dann aber doch noch plangemäß den Weg in den R-ICE, den Rhenanus-Inter City Express finden.

Im Großraumwaggon folgt eine skurrile, im Prinzip jedoch lebensnahe Szene, wenn Cora und Helena sich die schalldichten Bluetooth-Kopfhörer aufsetzen, um Musik zu hören – und wohl auch, um von den Mitreisenden nicht gestört zu werden. Schaffner Enno Sundermann bringt Notenständer, damit die mitreisenden Celli, Geigen und Querflöten (Juli & Janna & Josh Kenter, Marina Müller, Julia Ullrich, Melissa Imhäuser)  „Tochter Zion, freue dich“ sowie Mozarts Motette „Ave verum corpus“ spielen können. Das Licht verwandelt sich in Spotify-typisches Grün, Cora-Lee und Helena können unter ihren Kopfhörern verfolgen, wie das Kommen und das Leiden des Herrn verkündet wird. 

Auf die Alltagserfahrung der Einsamkeit wird in Britney Spears Song „Baby, one more time“ angespielt - im ICE präsentiert von Emily, Hannah und Zelisan Kara:

 „I must confess that my loneliness is killing me now / Don't you know I still believe / That you will be here / Just give me a sign“

Aber gerade solche Zeichen werden oft überhört. - Im Coldplay-Song „Fix me“ (Emily, Hannah und Caroline Spiegel) wird dann per Vorausdeutung bereits der zweite Teil der Musical-Handlung in den Blick genommen:

 „Tears stream down your face / When you lose something you cannot replace  (...) / Lights will guide you home / And ignite your bones / And I will try to fix you."

Nach der Pause lockt Max Balken in Straßenmusiker-Kluft die Zuschauer mit seinem Akkordeonspiel in die Aula zurück, wo eine Überraschung auf sie wartet: In Müllmann-Montur schmettert Wagner-Tenor Volko Neitmann das Lied „The impossible dream“ aus dem Don-Quichotte-Musical „Man of La Mancha“ und begeistert das Publikum mit seiner an großen Bühnen gereiften Stimmgewalt. 

So wie Don Quichotte trotz allen Spotts unbeirrbar an seinem Traum festhält, so vermittelt Volko Heitmann hier die Botschaft, dass man seine Ideale nicht aufgeben solle, selbst wenn sie noch so unerreichbar erscheinen: „To reach the unreachable star /  This is my quest, / to follow that star / No matter how hopeless, / no matter how far."

Darüber hinaus mag diese Botschaft auch den Initiatoren und Mitwirkenden des Rhenanus-Musicals selbst den Optimismus vermittelt haben, trotz aller Erkrankungen und sonstigen Widrigkeiten ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

Optimismus benötigen nun auch die Reisenden Cora-Lee und Helena: Ihr Ticket für die gebuchte Fähre ist weg, sie werden für Betrüger gehalten und wieder gibt es Zoff zwischen den Beiden („Du bist schuld!“), bis sie zu der Erkenntnis gelangen, dass sie sich das Fest nicht vermiesen lassen wollen, denn - so die schwer angeschlagene Cora-Lee: „Eigentlich mag ich Weihnachten!“ - „Lass uns nach Hause trampen“, schlägt Helena vor.

Aber die Rettung naht: Mit einem kräftigen „Ho-ho-ho!“ kommt der Weihnachtsmann samt Hubschrauber, um die beiden Mädels nach Hause zu expedieren, vom Chor treffend kommentiert mit dem „Police“-Song: „Every step you take /  Every move you make / I’ll be watching you.“

 Die Bläser kündigen die „Fröhliche Weihnacht überall“ an, Coras und Helenas Familie samt Opa Enno und Sohn Maarten feiert mit dem Train-Song  „Shake up for happiness“, als der Helikopter die beiden verlorenen Töchter zu Hause abliefert und alle gemeinsam das Finale mit „Merry Christmas everyone“ zelebrieren.

 Beim Abschied in gelöster Stimmung auf der vollbesetzten Bühne freut Initiator Christian Wiechert sich darüber, was die Schüler/innen aus seinen „verrückten Ideen“ gemacht haben und dankt seinen Mitstreiterinnen Charlotte Diekmann, Viola Zachariah und Inga Löser für die gute Zusammenarbeit unter so komplizierten Bedingungen. Der Dank der Moderatorinnen Emily und Hannah richtet sich neben allen anderen auch an die Männer von der Technik: Die ehemaligen Schüler Franz Kämmer und Louis Siebold haben ihre Freizeit investiert, um dem Musical zum Erfolg zu verhelfen - und damit einen mitunter unmöglich erscheinenden Traum zu verwirklichen.

Unser Weihnachtsmusical auf Youtube

Rhenanus-Schule
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